Über die Schulter geschaut: Sandra Nater-Schönenberger

2. April 2025
In loser Folge stellen wir die Mitglieder des Gemeinderats vor. Den Anfang macht Sandra Nater-Schönenberger: Sie ist seit 2014 Teil des Gremiums und derzeit Vize-Gemeindepräsidentin. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, zukünftige Baustellen und über ein Projekt, das Generationen prägen wird.

Für welches Ressort sind Sie im Gemeinderat zuständig?
Seit dem Frühling 2021 stehe ich dem Ressort Hochbau und Ortsplanung vor. Nebst dem Hochbauamt und der Ortsplanung bin ich auch für die gesamten Gemeindeliegenschaften zuständig. Zuvor durfte ich während sieben Jahren Vorsteherin des Ressorts Soziales sein.

Welche grossen Herausforderungen stellen sich momentan in Ihrem Ressort?
Es läuft wirklich sehr viel. Beispielsweise treiben wir die Ortsplanungsrevision voran. Bei diesem Projekt ist im Frühling die Mitwirkung der Bevölkerung geplant. Aber auch die Schulraumstrategie 2040 ist ein riesiges Thema. Denn der Platzbedarf der Schule wächst stetig. Die gesamte Siedlungsentwicklung wie zum Beispiel das Areal Schloss, Schlachthof oder Lindenhof ist ein weiterer wichtiger Bereich – Zukunftsplanung lässt grüssen. Doch die wohl grösste Herausforderung ist zurzeit der Bahn- und Bushof, unser Generationenprojekt.

Wie schaffen Sie es, den Überblick zu behalten?
Viele Projekte laufen parallel, erfordern aber nicht zwingend zur gleichen Zeit meine Aufmerksamkeit. Nichtsdestotrotz muss man alle Sitzungen unter einen Hut bringen, koordinieren, planen, Notwendigkeiten abwägen und/oder Entscheidungen treffen. Da ist ein optimales Zeitmanagement entscheidend, umso mehr als ich im Haupterwerb als Finanzfachfrau tätig bin.

Wie sieht Ihre typische Woche als Gemeinderätin aus?
Nebst den Gemeinderatssitzungen alle zwei Wochen stehen vier bis sechs Mal jährlich die Einwohnerratssitzungen an. Diese müssen im Vorfeld intensiv geplant werden. Je nach Projekt, das in einer Woche gerade ansteht, kommen zusätzlich Projektsteuerungssitzungen dazu. Beispielsweise wurde kürzlich das Schulhaus Waisenhaus saniert. Da müssen Abklärungen mit verschiedenen Partnern getroffen werden, die Kosten geprüft oder Bauvergabungen getätigt werden. Zusätzlich beantworte ich Emails oder Telefonate. Auch Abendsitzungen oder -anlässe müssen wöchentlich eingeplant werden.

Was noch?
Auch ein Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus meinem Ressort ist mir wichtig, sind sie doch jene Personen, die für unsere Gemeinde eine enorme Leistung erbringen. Viele in meinem Bereich arbeiten «auswärts» wie zum Beispiel das Unterhaltsteam oder die Hauswartungen. Mit meinem Abteilungsleiter und anderen Teammitgliedern besprechen wir mögliche Bauvorhaben, bereiten Gemeinderatsanträge vor und arbeiten weitere Pendenzen ab. Die kurze Antwort: Es gibt viel Spannendes zu tun.

Warum engagieren Sie sich als Gemeinderätin?
Einerseits treibt mich die Freude an der Arbeit mit meinem tollen Team an. Aber auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat macht Spass – wir funktionieren super als Gremium. Zudem schätze ich die Möglichkeit, meinen Beitrag zu wichtigen Themen und Projekten zu leisten, auch ausserhalb meines Ressorts. Ich setze mich gerne für das Zusammenleben und die Weiterentwicklung von Herisau ein.

Bekommen Sie Rückmeldungen der Bevölkerung?
Oft agiert man als Gemeinderätin im Hintergrund. Für die meisten ist meine Arbeit nicht direkt sichtbar. Umso schöner ist es, wenn ich positives Feedback und Lob erhalte. Aber als Gemeinderätin oder als Gesamtgremium kann man nie alle zufriedenstellen, dessen muss man sich bewusst sein – und dies darf auch sein. Ich versuche täglich, nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohl der Bevölkerung zu arbeiten.

Gerade der Bahnhof Herisau dürfte die Bevölkerung besonders interessieren. Ist das Ihr Herzensprojekt?
Das würde ich so nicht sagen. Doch dieses Generationenprojekt ist von grosser Tragweite. Das Bahnhofareal hat ein riesiges Potenzial. Mit diesem Umbau ermöglichen wir der Gemeinde Herisau eine enorme Wertsteigerung, von der auch die Bevölkerung direkt profitieren kann. Ich bin überzeugt, dass wir für alle Herisauerinnen und Herisauer ein Projekt realisieren, das über Generationen noch wachsen kann und grosse Freude bereiten wird.

Sandra Nater-Schönenberger leitet das Ressort Hochbau und Ortsplanung.
Sandra Nater-Schönenberger leitet das Ressort Hochbau und Ortsplanung.

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