Unterwegs Richtung «Coco Superstar»
85 Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse halten sich in der Turnhalle Müli auf. «Welche Sprache spricht man bei dir zuhause?», fragt David Meili, Vorsteher der Schuleinheit. Die Antworten kommen rasch und zahlreich. Türkisch, Albanisch, Schweizerdeutsch, Italienisch, Spanisch, Arabisch, Rumänisch…. Um verschiedene Sprachen geht es im Lied Nummer fünf, das die Sängerinnen und Sänger in diesem Moment kennenlernen. «Hello, welcome, bonjour», spricht der Lehrer den Text vor. Teil für Teil wird geübt, dann die Melodie eingespielt. Weitere Liedtitel folgen. Seit Beginn des zweiten Semesters steht der Dienstagnachmittag im Zeichen von Vorbereitungsaktivitäten: Erarbeitet wird das Musical «Coco Superstar».
In der Gemeinde Herisau stehen in den nächsten Monaten das Kantonalmusikfest und das Jubiläum «100 Jahre Musikverein» bevor. In diesem Zusammenhang unterstützt die Musikschule die Schuleinheiten bei musikalischen Projekten. In mehreren Schulhäusern wird in diesem «kinderfestlosen» Frühling ein Schwerpunkt auf instrumentale und/oder sängerische Aktivitäten gelegt.
«Wir sind die Direktorinnen»
Zurück zu den Arbeiten in der Müli. Nach der musikalischen Lektion in der Turnhalle und einer Pause erfolgt die Fortsetzung des Nachmittags in Gruppen. Dabei bringen die Schülerinnen und Schüler ihre Talente in verschiedenen Ateliers zur Geltung. Für diese konnten sie sich aufgrund von Ausschreibungen bewerben. Die Voraussetzungen waren definiert. Zum Beispiel so: «Ich kann gut laut und deutlich sprechen.» «Ich arbeite lieber im Hintergrund.» «Ich bin gerne auf der Bühne.» «Ich kann gut gestalten und mit dem Computer umgehen.» Die Schauspielerinnen und Schauspieler treffen sich an diesem Nachmittag im Freien. «Wir sind die Direktorinnen», sagen zwei Mädchen auf dem Weg dorthin. Texte werden gelesen. Lehrerin Patricia Mitterer gibt Anweisungen. «Wir üben nun die Szene sieben. Die Künstler kommen dazu: Stellen wir uns richtig auf.» Der Besucher begibt sich ins Schulhaus. Bei Franziska Ueberwasser, der Lehrerin für Textiles Werken, werden Shirts bedruckt, Hosen sowie Schürzen genäht. «Die Hüte sind schon fertig», erzählt ein Mädchen.
Warten bis am 12. und 13. Juni
In einem anderen Zimmer bereiten Schülerinnen und Schüler eine Zeitung über das Musical vor. Ihr Atelier nennt sich «Werbung/Information». Einige sind in die Arbeit mit Tablets vertieft. Drei Knaben besprechen mit dem Schulischen Heilpädagogen Beat Rusterholz einen «Leitfaden für Interviews». Sie beschäftigen sich mit Fragen wie: «Was möchten wir über die Probearbeiten erfahren?» «Welche Person könnte uns interessante Antworten geben?» «Wie fragen wir freundlich nach, wenn wir etwas nicht verstanden haben?» Im Untergeschoss erfolgt die Weiterarbeit an Bühnenbild und Plakaten. Den Hellraumprojektor zurechtzurücken, damit die Projektion mit den Linien der Vorwoche auf dem Riesenpapier übereinstimmt, erfordert grosse Sorgfalt. Die Tanzgruppe übt derweil in der Turnhalle. «Die machen das weitgehend selbstständig», freut sich Lehrer Luka Miljkovic.
Am folgenden Dienstag geht die Arbeit weiter. Im Refrain des Liedes Nummer eins heisst es: «Wir sollen warten, immer warten. Nichts als warten, Mann, das macht mich ganz verrückt!» Am 12. und 13. Juni präsentieren die Schülerinnen und Schüler aus der Müli ihre Bühnenbilder, Tänze, Kleider, Texte und Lieder. Dann wird das Musical im katholischen Pfarreiheim aufgeführt.
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